Brot – einfach legga!

Ich hab letzte Woche „Hab ich selbst gemacht“ von Susanne Klingner gelesen. (Amazon-Link) Mich hat das total inspiriert – ich hab fast jeden Abend noch die Energie, die Lust dazu gehabt, noch irgend was zu machen. Un-sinnliches wie die Scheiben der Terrassentür zu putzen, die mich seit langem nerven und durch die ich endlich wieder durchblicken können wollte – auch wenns sich eigentlich ja „nicht lohnt“, weil die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Egal. Es musste sein!

Oder die Idee, den Jersey-Stoff nicht für Badvorleger zu zerschneiden, sondern einzufärben und mir einen Schlafanzug zu nähen. Das mit dem Einfärben hab ich gleich erledigt. Mein Lieblingsschlafanzug muss erst noch in die Wäsche, dann mach ich mir den Schnitt davon ab und anhand dessen näh ich einen neuen aus dem eingefärbten Stoff. Denn der Lieblingsschlafanzug … tja wie das mit so Lieblingsdingen nun mal ist, die ständig in Gebrauch sind… der wird dann wohl bald demnächst sein neues Leben als Badvorleger beginnen.

Oder dass ichs endlich geschafft habe, Wegerich zu sammeln und Tinktur anzusetzen. Auch das wieder eher ne Kleinigkeit, mit kaum Aufwand. Und doch hab ichs letztes Jahr nicht geschafft. Aber heuer. In dieser Woche.

Und das alles (und noch viel mehr!), weil es soviel Spaß gemacht hat, Susanne Klingner zuzulesen, wie sie von ihrem Selbstmachjahr berichtet hat.

Das Brotrezept stand da sogar im Ganzen drin – sie selber hats übrigens ausm Internet. Das Besondere dran is, dass es praktisch null Arbeit macht – allerdings brauchts Zeit! Es muss nämlich mindestes 12, maximal 36 Stunden gehen. Dafür muss nix geknetet werden. Die Zutaten werden einfach zusammengerührt!

400 g Mehl (wenn Sonnenblumenkerne, Getreideflocken o.ä. mit rein sollen, müssen die in den 400 g mit drin sein)
1 TL Salz
1/4 TL Trockenhefe (Ja: 1/4. Also ganz wenig)
300 ml warmes Wasser

Die trockenen Zutaten vermischen, warmes Wasser dazu, alles mit einer Gabel zu einem recht weichen Teig verarbeiten. Die Konsistenz ist wirklich weich – also fast schon nicht mehr als Teig zu bezeichnen 🙂 Deckel oder Tuch über die Schüssel und 12-36 Std. vergessen.

Ich habs gleich morgens nachm Aufstehen angesetzt. Für das warme Wasser hab ich ca. 100 ml heißes ausm Wasserkocher und 200 ml kaltes ausm Hahn genommen. Das hat genau gepasst.

Zwölf Stunden später war ich wieder von der Arbeit zuhause, der Teig war auch fleißig und ist schön aufgegangen.
Ofen schon mal auf 210 Grad einheizen.
Einen Topf mit Öl einfetten.
Den Teig vorsichtig aus der Schüssel nehmen, ich hab ihn dazu in die Mitte gefaltet/geschoben und dann mehr oder weniger in den Topf plumsen lassen.

Deckel auf den Topf und für 30 min in den Ofen.
Deckel runter und weitere 20 min im Ofen lassen.
Fertig. Und wie das schon immer duftet!

Einziger Wermutstropfen: Der Topf hatte eine leichte Kalkschicht am Boden – und daran ist das Brot trotz Öl festgebacken. Die Mitte der unteren Kruste konnte ich leider nicht mehr retten, aber 90 Prozent des Brotes sind in einem Stück raus. Inzwischen hab ich den Topf entkalkt – ich muss das unbedingt nochmal probieren!

Es ist innen total locker, weich, hat außen eine phänomenale Kruste – und ist einfach nur oberlegga! 🙂

Backen ohne zu kneten, ohne mit dem Teig überhaupt in nennenswerten Kontakt zu kommen, is schon irgendwie… seltsam. Grade zum Brotbacken gehört das Kneten eigentlich dazu. Trotzdem ist das Ergebnis überwältigend. Beim nächsten Mal werd ichs aber etwas länger gehen lassen – muss mir nur noch überlegen, wie ich das in die Zeitplanung reinkriege.

Was mir auch gut gefällt, ist die Zutatenliste – die is so einfach und überschaubar, dass ich sie schon auswendig weiß 🙂

Susanne Klingner hat in ihrem Selbstmach-Jahr viel ausm Internet und der KiWi-Verlag hat die Linkliste zum Buch dankenswerterweise online gestellt. Falls es eine intressiert 🙂

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