„Die göttliche Ordnung“

Und aller guten Dinge sind – mindestens…! – drei, und ausserdem scheine ich auf meine älteren Tage auch politischer zu werden…

Der neue Schweizerfilm von Petra Volpe „Die göttliche Ordnung“ hat wohl bei uns am ersten Wochenende mit 36’000 Besuchern nach „Fifty Shades Darker“ den besten Filmstart dieses Jahres hingelegt. Und das ist für einen solchen Film und unsere hiesigen Verhältnisse ein toller Erfolg!

Es geht darin um den Kampf für das Frauenstimmrecht. Wer denkt, dass wir hier in der Schweiz ein tolles Stimm- und Wahlsystem haben, hat zweifellos recht. Aber wer denkt, dass das bestimmt schon lange so ist, liegt leider definitiv falsch… Mein Heimatkanton Basel-Stadt war (mal wieder  ) der erste Kanton, der im 1966 das Frauenstimmrecht eingeführt hat. Aber danach ging es nicht etwa zack auf zack, sondern schleppte sich nochmals gehörig hin, bis es 1971 endlich soweit war – zumindest eidgenössisch. Denn selbst im 1990!!! sagte der letzte kleine Kanton Appenzell Innerrhoden noch NEIN dazu! 1991 entschied dann der Bund, und damit war’s auch in allen Kantonen durch.

Das war also ein richtiger Kampf. Und wie viel das tatsächlich gebraucht hat, kann man im Film sehen, den ich mir selber leider noch nicht ansehen konnte. Aber das wird wohl eh einer, den ich mir so bald wie möglich auf DVD besorge. Auch um ihn dann auszuleihen, denn schon meine eigenen Töchter haben ja kaum mehr eine Ahnung, auf was für Leistungen ihre Selbstverständlichkeiten beruhen. Zum Arbeiten brauchte es damals noch die Erlaubnis des Mannes… 🙁 Und da finde ich es top, dass es nun einen so tollen Film darüber gibt, und er gar auch noch erfolgreich ist!

Ausserdem wäre das bestimmt auch eine gute Gelegenheit für sie, mal spezifisch ihre Grossmütter danach zu befragen. In den 60ern und 70ern waren diese ja gerade selbst junge Mütter.

Wer sich also wieder mal etwas „Quitscherdütsch“ geben möchte – der Trailer ist auf der offiziellen Website (weiter oben verlinkt) zu finden. In der Rezension von Watson findet man ein paar schöne alte Fotos. Ausserdem möchte ich als Ausnahme auch mal FB verlinken, da es dort ein paar interessante Dinge zu sehen gibt wie zum Beispiel Wahlplakate *gegen* das Frauenstimmrecht. „Lasst uns aus dem Spiel“, jaja – nicht! Das ist zum Teil auch für mich kaum mehr vorstellbar!

 

Ergänzung am 3. April 2017:

Nun hat es doch noch geklappt und ich konnte mir den Film sogar mit meiner Tochter zusammen ansehen. Schon das alleine war ein sehr schönes Erlebnis! Frauenpower eben 🙂

Uns beiden hat der Film gut gefallen – ein paar Hänger waren drin, auch für mich, aber aufs Ganze betrachtet ein spannend und schön erzähltes Stück Geschichte, und oft natürlich richtig berührend. Und während des Abspanns dann jede Menge Orignal-Filmaufnahmen, z.B. wie die Männer bei der Abstimmung tatsächlich einzeln durch einen schmalen Gang durch Massen von Frauen hindurch laufen mussten, um ihre Stimmzettel einzuwerfen. Und von den Demos natürlich und den ersten Nationalrätinnen, wie sie dort an ihren Pulten Platz nehmen… wirklich sehr schön!

 

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