Wonder Woman

Dem gedrängten Ferienprogramm geschuldet mussten Frau Tochter und ich die Gelegenheit fürs Kino ziemlich kurzfristig ergreifen, und dabei auch mal wieder ein uns eher unbekanntes Kino unterstützen – auf einen Freitag Abend im grenznahen Cinéstar hatte ich nämlich absolut keine Lust. Und auch wenn der Kinosaal dann eher klein und etwas altmodisch war: Der Sound war gut, und die Kinoatmosphäre stimmte, und das ist die Hauptsache!

Es ist ja bekannt, dass ich mit Actionfilmen normalerweise nicht so viel anfangen kann. Von daher habe ich nicht zu viel erwartet, durch die guten Kritiken dann aber vermutlich doch – „war ganz ok“ und „ich bereue es nicht, aber…“ beschreiben meinen ersten Eindruck ganz gut.

Vielleicht hätte ich es hier darum auch gar nicht mehr erwähnt, wenn ich nicht zugeben müsste, dass der Film doch irgendwie immer noch in mir nachwirkt, und – erstaunlicherweise – in der Rückschau wieder einiges besser wird.

Am genialsten für mich war die Insel der Amazonen. Vom Visuellen her nur in der Gesamtperspektive einen Tick zu kitschig, das dürfte (immer noch) der Technik geschuldet sein. Alles andere aber – vor allem die Frauen! – fand ich einfach fantastisch! Tat das gut, für einmal keine Schönheitsideal-Frauen ansehen zu müssen, sondern natürliche, oft auch schon etwas ältere Frauen, mit Ecken und Kanten, Muskeln und Falten. Ok, ich gehe nicht oft ins Kino, von daher bin ich vielleicht ein bisschen ab der Welt – doch die Tatsache, dass mir das so auffällt und erfreut, ist ja schon erstaunlich genug. Vielleicht tummle ich mich doch öfters auf Instagram als gedacht…

Der Film wird dann ziemlich düster, als er in die „reale Welt“ überwechselt, aber das ist ok. Gal Gadot macht das mit Humor wieder wett, und ja, ich finde es hat durchaus was, mal einer Frau dabei zuzusehen, wie sie unbesiegbar ein Schlachtfeld stürmt und einen Turm zerlegt.

Besonders witzig finde ich einen Dialog, in dem Steve ihr auf dem Boot erklärt, was eine Ehe ist, und Sex. SIE erklärt ihm dann, was Lust und Vergnügen sind… eine kurze, für mich aber subtile Szene, denn ich habe später in einem Interview mit ihr gelesen, was es eigentlich bedeutet: Mir unbekannt z.B. war, dass die Figur Wonder Woman schon vorher bestand. Und im Film bahnt sich ja eine zarte Liebesgeschichte an – aber eigentlich, im Original, ist Wonder Woman bi-sexuell. Was ja auch nur irgendwie logisch ist, wenn man auf einer reinen Fraueninsel aufwächst. Nicht überraschend aber wird dieses Detail gerne verschwiegen, da Bi nun mal bei vielen Fans klar weniger gut ankommt als eine Leinwand-Romanze mit einem attraktiven Piloten. Auf der Insel ist sie übrigens das einzige Kind, und – von Zeus himself aus Lehm zum Leben erweckt. Also nicht mal dafür brauchten sie einen Mann dort Keine Ahnung aber, ob hier Mythos und Film übereinstimmen, dafür vergesse ich die Details leider immer wieder gar zu schnell.

Klar abgebogen sind sie im Film jedoch leider damit, dass Ares/Mars der Kriegsgott ist (was allerdings noch stimmt), aber damit auch zum allumfassenden Bösewicht erklärt wird. Und das kann ich als Astrologin natürlich nicht so stehen lassen. Das Prinzip Widder und Mars liebt zwar den Kampf und die Herausforderung, aber ist genauso ein Teil der Ganzheit der 12 wie der „gemütliche“ Stier oder die „brave“ Jungfrau. Jede/r hat seine Aufgabe, und alle sind gleich wichtig! Das dünkt mich dann auch der grösste Minuspunkt am Film, wie ich auch die ganze Darstellung von Ares/Mars nicht sehr gelungen finde. Schade!

Fazit: Wer Unterhaltung mag, mit schönen Bildern – in diesem Fall lohnt es sich, wieder mal in eine mythologische Welt einzutauchen. Ob einem die Geschichte darüber hinaus noch berührt, wie jetzt mich, ist natürlich eine persönliche Sache, und muss nicht so sein.

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