Wildwood-Tarot III – warum überhaupt die Karten abändern, und wie ich mit ihnen arbeite

Dawn Michelle erklärt hier gut, warum sie sich diese Arbeit bei fast jedem Deck antut, und ich kann nun persönlich bestätigen, dass die Verbindung zu den Karten viel intensiver wird, wenn man das Deck zu seinem eigenen Unikat macht. Alleine schon dadurch, dass man eben jede einzelne Karte auch einzeln in die Hand nehmen und sich mit ihr auseinander setzen muss. Das ist ein toller Prozess – ganz zusätzlich zum Ergebnis – der mir sehr viel gebracht hat.

Wer Karten legt weiss: Es gibt keinen Zufall (ja, es *hätte* auch genausogut die Karte daneben sein können, aber du *hast* eben nicht die Karte daneben gezogen, und wenn du das nicht glaubst, dann ziehe beim nächsten Mal einfach gleich von Anfang an die Karte nebenan).

Ausserdem ist für mich persönlich eine Tatsache, dass, wer die Fähigkeit besitze, ein Tarot-Deck zu illustrieren, in Innern ein Bild davon haben muss, und dass er oder sie auch immer genau weiss, wie eine Karte am Schluss aussehen soll. Warum ich das denke, würde an dieser Stelle zu weit führen, ich sage nur Stichwort «Buchgeist» von Peter Orban (hat mit Astrologie zu tun, und dem 3. Quadranten). In der Konsequenz heisst das für mich, dass wenn ich ein Deck wähle (welches ist kein Zufall), dann kann ich davon ausgehen, dass die Abbildung der Karten auch genau richtig sind für mich und «stimmen» (deswegen sprechen einen auch einige Decks einfach nicht an).

Wenn ich Karten lege, dann nur äusserst selten mit einem «Ergebnis». Ich will z.B. keine Jahreskarten ziehen. Natürlich weiss ich, dass auch Tod und Turm & Co sehr positiv wirken und uns befreien können, aber ich will es trotzdem nicht wissen, wenn dies meine Jahreskarten wären, weil die negative Deutung einfach viel einfacher ist und ich daher immer wieder einiges an Energie aufwenden müsste, um dem Gegensteuer zu geben und nicht in die «self-fullfilling» Falle zu tappen.

Die allermeisten Karten, die ich ziehe, sind daher Begleitkarten, oder fragen lediglich nach dem Warum (z.B. meine Symbolonkarten). Als Monatskarten ziehe ich auch sehr gerne Bäume oder Tiere oder Pflanzen als „Begleiter“ oder „gerade mich begleitendes Thema“. In diesen Decks sind selbst die anspruchsvolleren Karten wie Eibe, Schlange und Brennessel weniger negativ assoziiert als eben z.B. der Tod.

Das Wildwood gefällt mir besonders gut, weil es fast ausschliesslich in der Bild- und Intuitions-Sprache zu mir spricht. Ich frage «was ist das Problem», und sehe ein Tier, eine Landschaft oder eine Situation. Diese mag ich, oder ich mag sie nicht, aber wenn ich mich auf die Karte einlasse, und auch den Hintergrund studiere, und das Wetter, und was da noch für Pflanzen mit auf dem Bild sind, usw. – es ist für mich ja kein Zufall, dass diese Karte genau so gestaltet worden ist wie sie ist – dann kann ich sehen, was das Problem sein könnte, oder das Thema. Ein Vogel, der hoch auf einem Ast sitzt, kann jederzeit wegfliegen, wird aber ganz schön vom Wind gebeutelt, wenn er sitzen bleibt. Ein Meister, der einem Schüler etwas erklärt, kann Anfang und Ende zugleich bedeuten. Ein Mensch allein in einer Höhle – ist er einsam oder nur gerade mit seinem Innern beschäftigt?

Gleiches gilt natürlich auch für die Frage: «Welche Karte hilft mir in diesem Moment beim aktuellen Problem?». Wenn an dieser Stelle der Mensch in der Höhle erscheint, weiss ich auch Bescheid Oder der Marder, flink und wendig. Manchmal frage ich dann auch noch nach dem Sinn des Ganzen, also *nicht* nach dem Ausgang oder «wohin es führt», sondern mehr das «Warum» eben. Wenn ich dann eine Hofkarte mit einem Tier ziehe, dann beschäftige ich mich vermehrt mit dem Tier darauf, z.B wo wohnt es, in welchem Element ist es zu Hause, welche Feinde hat es, und welche Freunde, wie würde es reagieren, wenn es mir plötzlich selbst begegnen würde, oder wenn es in der gleichen Situation wäre mit dem Problem, weswegen ich nach der Ursache frage.

Ich mag in jedem Deck nicht alle Karten, aber im Wildwood sind es wirklich nur ganz wenige, und selbst diese werden mir nun langsam immer vertrauter. Am Anfang versuche ich auch immer, der Versuchung zu widerstehen, allzuschnell im Buch nachzuschlagen, wie die Karte heisst. Oder nachzusehen, welche Tierkarte welche Hofkarte ist. Ich habe das Deck natürlich noch nicht so lange, und wie geschrieben erst eine ganze Weile nicht benutzt, so dass ich da wirklich völlig unbefangen ran gehen kann. Ein tolle Erfahrung! Und das sage ich als Kopfmensch! *lach* Vielleicht auch deswegen freue ich mich nun so, weil ich mich mit diesem ganzen Prozess auch selbst etwas überlisten kann

 

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Wildwood-Tarot II, getrimmt und ge-edged

Edging ist die Bezeichnung für das Einfärben der Schnittkanten, so wie edle Bücher einen Goldschnitt erhalten. Edging gibt auch Karten einen edleren Look, und rundet die Sache schön ab.

Das Kurz-Fazit gleich vorneweg: Edging ist tricky und üben lohnt sich

Gemäss meiner Erinnerung aus dem Boho-Tarot Video über Edging habe ich meine erste Übungskarte senkrecht über das Stempelkissen gezogen. Dass ich die violette Distress-Ink nutzen wollte, war mir schon recht schnell klar, denn meine ansonsten geliebten Grün- und Schlamm-Töne hätten das Wildwood nur langweilig gemacht. Und da Distress-Ink eigentlich eine Verlaufs-Stempelfarbe ist und gar nicht 100% decken soll, habe ich es gewagt mit dem direkt Einfärben.

Leider war meine Probekarte… rundherum schwarz. Äh ja, sehr schlau! Auf schwarz sieht man natürlich nullkommanix. Nach den ersten 2×4 Karten war aber klar, so geht das nicht. Vor allem auf den weissen Hintergründen hat die Farbe geblutet, ist also unschön leicht in die Karte hinein verlaufen. Ausserdem war mir der Rand plötzlich zu dominant, und es macht keinen Sinn, erst mühsam von Hand alle Ränder zu entfernen, um danach dann doch wieder eine Umrandung zu haben.

Beim nochmaligen Ansehen besagten Videos stellte sich auch heraus, dass Dawn Michelle von Boho-Tarot die Karten nur direkt über Goldstempelfarbe zieht, um ihnen einen Schimmer zu geben. Distress-Ink hingegen trägt sie mit dem Finger auf (oder sie benutzt fürs Edging verschiedene Filzstifte und Marker, aber das kam für mich nie in Frage). Mit dem Finger aber kriegte ich das relativ dunkle Violett nur unregelmässig aufgetragen, ebenfalls unschön. Und in meinem Fall habe ich ja auch die Rückseite beklebt, was es zusätzlich noch komplizierter gemacht hat, da Farbe auf Plastik natürlich deutlich weniger gut haftet als auf Papier.

Dann hatte ich die Idee, es mit einem Wattestäbchen zu probieren, und das hat zum Schluss auch tatsächlich ganz wundervoll geklappt. Sogar mit mehr oder weniger einem einzigen Durchgang, von ein paar Korrekturen abgesehen. Nun ist auch der «Rahmen» durch das Einfärben auch auf den hellen Flächen viel weniger dominant, und die Tinte ist auch nirgends mehr reingeblutet. Dass die Farbe alles in allem doch etwas unregelmässig geblieben ist – so what.

Von den etwas weniger perfekten Assen und Zweien mal abgesehen, und zwei kleinen Einschlüssen unter der Folie auf der Rückseite, die ich übersehen habe, ist das Deck nun tatsächlich so, wie ich es haben wollte. Es gefällt mir absolut super, und «Fehler» gibt es ja bekanntlich eh nicht, sondern lediglich «perfect imperfections» Diese machen das Ergebnis, wie alles, was Handarbeit ist, nur umso wertvoller.

Nächster Schritt: Die Tasche dafür. Aber Zeit ist leider mal wieder knapp, mal sehen.

 

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Wildwood-Tarot I, getrimmt

Bei einem Besuch bei der Mondfalkin Ivana habe ich ihr Wildwood-Tarot kennengelernt. Es war Liebe auf den ersten Blick! Und obwohl ich unterdessen nicht mehr jedes Deck haben muss, das mir gefällt, konnte ich in diesem Fall nicht widerstehen. Ich nahm es als Anlass, wieder mehr mit den Karten zu arbeiten.

Der Anfang unserer Beziehung war allerdings nicht sehr vielversprechend. Erstens finde ich die Karten ziemlich dünn, diesbezüglich muss ich den Rezensionen allerorten recht geben. Aber vor allem zog ich als erste Karte ausgerechnet eine der wenigen, die mir nicht gefallen. Ausserdem ergab sie auch noch absolut Null Komma Null Sinn! Ok, Letzteres wird auch etwas mit mir selbst zu tun haben, und wenn man lang genug dran bleibt findet man auch einen Sinn. Auf jeden Fall aber war dieses erste Mal schon ziemlich enttäuschend, und so legte ich das Deck auch schnell wieder zur Seite.

Dann fand ich bei Youtube Dawn Michelle von Boho Tarot und die Anleitung zum Trimmen von Decks. Dabei wird ein störender Rahmen weggeschnitten, die neuen Seiten im Schnitt rundherum eingefärbt, und manchmal auch die Rückseite neu beklebt. Wegen der dünnen Qualität des Wildwood konnte ich mir dies auch sofort prima vorstellen, aber: Ich! Ein Tarot-Deck zerschneiden! Was logischerweise nie perfekt sein wird! Waaaaaahhhhh…

Ich habe es tatsächlich getan. Und mehr, es fühlt sich so genial richtig und gut an! Das hätte ich mir ja selber nie vorstellen können… aber tja, man wird halt älter und weiser mit den Jahren, und lernt dazu… Wobei ich sagen muss, dass mir ein Reserve-Deck in englisch vielleicht etwas dabei geholfen haben dürfte (in den US sind Karten zum Glück günstiger).

Ich habe mit dem Cutter geschnitten, weil ich sehr viel mit dem Cutter mache und daher besser darin geübt bin als mit der Schere. Und wieviel deutlicher nun die Botschaft einer Karte ersichtlich wird, wieviel mehr da plötzlich zu sehen ist! Ich hätte ja nie gedacht, dass der Unterschied so deutlich sein würde. Da ist sofort Kontakt. Und jetzt, wo ich nicht mehr auf den ersten Blick weiss, wie eine Karte heisst, achte ich auch viel mehr auf die Gefühle, die der Anblick der Karte in mir auslöst.

Es ist so, als würden mir die Karten direkt in die Augen sehen. Fenster zur Seele.

Noch habe ich die Seiten nicht eingefärbt, aber das Deck selbst ist unterdessen beklebt, neu zugeschnitten, und abgerundet. Für die Rückseite habe ich Klebefolie mit  Ahornholz-Muster genommen, für die Ecken einen Eck-Stanzer verwendet.

Bilder vom fertigen Deck folgen, und eine Tasche ist auch noch geplant.

 

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Beltaine 2020 – RESET!

Was für aussergewöhnliche Zeiten…!

Nachdem uns ein zweites Mal die HP gecrasht ist, und – trotz einer vorhandenen, korrekten Sicherung – nicht wieder vollständig hergestellt werden konnte, haben wir uns dazu entschlossen, unseren Provider zu wechseln. Alles neu, macht der Mai, und pünktlich zu Beltaine sind wir zu Bitpalast umgezogen. Ein paar von uns haben bereits gute Erfahrungen damit gemacht, und so fiel uns dieser Entscheid relativ leicht. Unsere geniale TechnoSchwester hat allerdings erneut viel wirbeln müssen und es überhaupt erst möglich gemacht – auch an dieser Stelle ganz ganz herzlichen Dank Dir!

Zum Glück hat zumindest die Insel nichts abgekriegt, so dass alle unsere wundervollen Steine noch da sind 🙂 Hier im Blog gibt’s nun allerdings eine grössere Lücke, und es fehlen auch viele Texte zu den Fotos. Vielleicht werden wir ein paar davon bei Gelegenheit wieder ergänzen, wahrscheinlich aber nur wenig – Reset, abschliessen, gut ist’s und weiter gehen!

Leider konnte den aktuellen Umständen entsprechend auch meine jährliche Beltaine-Feier in Zürich nicht stattfinden *snüff* Wir haben uns aber trotzdem ausgetauscht und in Gedanken verbunden. Das ist schon auch eine Gruppe, die ich sehr schätze, und auch vermisse, wenn ich nicht am Ritual teilnehmen kann.

Zum Beltaine-Vollmond habe ich unseren Apfelbaum mal wieder mit neuen, farbigen Bändeln geschmückt. Die rote Göttin ist allerdings schon ein paar Jahre alt, und etwas moosig, die Fotos sind noch von früher. Ausserdem hat sie auch mal eine gehäkelte Blüte auf den Kopf bekommen, diese hingegen sieht etwas unansehnlich aus unterdessen, so dass ich sie bei Gelegenheit noch durch eine neue, eine in wieder frischen und kräftigeren Farben, ersetzen werde.

Unser Apfelbaum ist das Zentrum unseres Gartens, und der Ort, wo ich die Göttin am deutlichsten fühle. Vor allem wenn er im Frühling blüht, und ich mich im Liegestuhl drunter legen kann!

Happy Beltaine etwas verspätet, und bleibt gesund!

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Friedenstauben

Weil wegen Corona dieses Jahr der Ostermarsch ausfallen musste, habe ich wenigstens ein paar Friedenstauben in der Stadt verteilt.

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